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Abfallwirtschaft

Abfallwirtschaft gestaltet sich im Tourismus komplizierter als in anderen Sektoren. Einerseits aufgrund des vermehrten Einsatzes von Einwegprodukten, andererseits aber auch durch die mangelnde Kenntnis der Touristen zu den spezifischen Regeln für die Mülltrennung.

Abfälle werden bei fast allen menschlichen Tätigkeiten erzeugt. Es ist jedoch allgemein anerkannt, dass die mit dem Tourismus verbundenen Tätigkeiten Abfallmengen produzieren, die weit über den normalen Mengen für Haushaltsabfälle liegen1Hamele & Eckardt, 2006. Tatsächlich werden oft höhere Standards für Hygiene und eine größere Auswahl an Lebensmitteln und anderen Dienstleistungen erwartet, was auch größere Abfallmengen bedeutet. Darüber hinaus neigen Menschen im Urlaub dazu, mehr Einweg-Produkte als zu Hause zu verwenden. Die Auswirkungen dieser Phänomene können durch eine ausgeklügelte Abfallwirtschaft und gute Aufklärungsarbeit der Gäste und Mitarbeiter vermindert werden. Um das Bewusstsein der Gäste und Mitarbeiter für Verfahren der Abfallreduzierung zu sensibilisieren, sind solide Grundkenntnisse zu den produzierten Abfallmengen und die Einführung von Verfahren zur Aufbereitung erforderlich2UNWTO, 2004.

Strategien zur Reduzierung der Abfälle umfassen in der Regel Verringerung, Wiederverwendung, Recycling, Aufbereitung des Restmülls und Entsorgung der Abfälle. Eine effiziente Abfallwirtschaft kann auch zu Kosteneinsparungen im Tourismusgewerbe führen, deren Höhe auch vom Standort und den kommunalen Regeln zur Abfallwirtschaft abhängt3Pirani & Arafat, 2014.

Trotz der Bedeutung der Abfallwirtschaft für die Tourismusbranche, gibt es nur sehr wenig Literatur zu diesem Thema, sodass es schwierig ist, die Auswirkungen des Tourismus auf das Abfallaufkommen festzustellen. Um diesem Problem zu begegnen, wurde ähnlich wie bei der Energie– und Wasserwirtschaft, beschlossen, die Schätzung des Abfallaufkommens in Beherbergungsbetrieben mithilfe eines Koeffizienten des Abfallaufkommens pro Übernachtung nach Hamele und Eckardt (2006) zu berechnen.

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Andreas Dibiasi

Andreas Dibiasi

Post-Doc Researcher

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